Anwaltszwang

Der Scheidungsantrag ist in § 622 ZPO formell geregelt. Dieser muss von einer Anwältin oder einem Anwalt eingereicht werden (sog. „Anwaltszwang“). Der andere Ehegatte, der keinen eigenen Antrag stellen will, muss nicht zwingend anwaltlich vertreten sein. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass bei einer Antragsrücknahme das Verfahren beendet ist, da der nicht anwaltlich vertretene Ehegatte ja keinen eigenen Antrag stellen konnte. Ändert der den Antrag einreichende Ehegatte seine Meinung, z.B. weil er oder sie feststellen musste, dass der Verlust im Versorgungsausgleich zu groß ist, muss das Verfahren komplett von vorne beginnen und die Anrechnungszeiten für den Versorgungsausgleich laufen weiter. Ob hier nicht am falschen Ende gespart wird, muss jeder für sich selbst entscheiden

Meinen Mandanten kann ich nur sagen:
Ich würde mich nicht selbst vertreten, denn ich wäre durch die persönliche Betroffenheit bestimmt der schlechteste Anwalt, den ich in dieser Situation finden könnte.


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