immaterieller Vorbehalt

Hierunter ist nichts anderes zu verstehen, als das Recht, auch in Zukunft noch Schadensersatz- oder Schmerzensgeldforderungen stellen zu können.

Ein solcher immaterieller Vorbehalt ist immer dann wichtig, wenn bereits heute schon absehbar ist, dass in ferner Zukunft wegen des Unfalls mit körperlichen Folgen oder Beeinträchtigungen zu rechnen ist, die heute aber noch keine Rolle spielen.

Ein Beispiel:
Nach einem Verkehrsunfall ist die Hüfte des 30-jährigen Unfallopfers so zertrümmert, dass er ein künstliches Hüftgelenk benötigt. Nachdem ihm dieses implantiert wurde, kann das Unfallopfer ohne Beschwerden seinem Hobby des Turniertanzens nachgehen.

Für eine Unfallrente ist hier kein Raum. Derzeit kommt nur ein einmaliges Schmerzensgeld in Betracht.

Aber: Künstliche Hüftgelenke haben heute nur eine begrenzte Lebensdauer von ca. 15 Jahren. Es ist also bereits heute absehbar, dass das Unfallopfer sich in seinem Leben noch mehreren Operationen unterziehen muss, die neue Schmerzen verursachen und dementsprechend Schmerzensgeldansprüche auslösen.
In 15 Jahren wären alle Ansprüche allerdings verjährt. Deshalb muss sich deren Geltendmachung heute vorbehalten werden.


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