Genugtuungsfunktion

Das Schmerzensgeld hat im deutschen Rechtssystem zwei Funktionen.

Die eine Aufgabe ist der Versuch, für die erlittene körperliche Beeinträchtigung einen finanziellen Ausgleich zu schaffen. Hier geht es also um ein „finanzielles Trostpflaster“.

Die andere Aufgabe ist die „Genugtuungsfunktion“. Der Schmerzensgeldanspruch setzt ein „Verschulden“ voraus, sei es auch nur leichte Fahrlässigkeit. Durch das Schmerzensgeld soll der Geschädigte auch dafür Genugtuung erlangen, dass seine Verletzung durch einen Rechtsverstoß verursacht wurde. Grund hierfür ist, dass unser Rechtssystem grundsätzlich nicht zwischen Körperverletzungen im Straßenverkehr und solchen bei Schlägereien oder Vergewaltigungen unterscheidet. Die Unterscheidung wird erst im Rahmen der Genugtuungsfunktion durch die Gerichte vorgenommen, denn es leuchtet wohl jedem ein, dass zwischen einer leichten Unachtsamkeit im Straßenverkehr und einem vorsätzlichen gezielten Faustschlag Welten liegen.


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